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Sammlung

 

 

Skulptur 14. bis 16. Jahrhundert

Jugendliche Heilige, Köln, um 1330/40

Das Suermondt-Ludwig-Museum verfügt über eine der bedeutendsten städtischen Skulpturensammlungen Deutschlands. Schwerpunkt ist das späte Mittelalter, das mit ca. 500 Skulpturen vertreten ist.  Der Kernbestand der mittelalterlichen Skulpturenkollektion wurde 1907 mit dem Nachlass des Kölner Sammlers, Bildschnitzers und Restaurateurs Richard Moest (1841-1906) erworben.

Die zahlreichen Einzelfiguren, Figurengruppen und Reliefs stammen zumeist von Altarretabeln. Mit  drei großen geschnitzten Altaraufsätzen verfügt das Museum über einen besonderen Schatz. Verschiedene Kunstlandschaften, die von Spanien, Frankreich über die nördlichen und südlichen Niederlande bis hin zur Alpenregion reichen, sind vertreten.

Herausragende niederländische Beispiele, darunter Werke des  Meisters des Utrechter steinernen Frauenkopfes sowie des Brüsseler Jan Borman sind in die Gemäldesammlung im 1. Stock  integriert. Die prominentesten französischen, kölnischen, mittel- und niederrheinischen Skulpturen werden in den blauen Kabinetten im Erdgeschoss präsentiert. Vereinzelte namentlich bekannte Meister in Köln, am Niederrhein und in Niedersachsen, wie Meister Tilman, Wilhelm von Arborch, Henrick Douwerman, Arnt van Tricht und der Meister von Osnabrück, treten hier hervor. In den anschließenden beiden großen gelben Räumen sind die ost-, mittel- und süddeutschen und alpenländischen Skulpturen ausgestellt, darunter ein schwäbischer Schnitzaltar aus Almens/Graubünden mit originaler Bemalung.

Mit Franken (Nürnberg), Schwaben (Ulm), Bayerisch-Schwaben (Augsburg, Allgäu) und Bayern (München und Landshut) bilden die süddeutschen Skulpturen den umfangreichsten Bestand. Ulm ragt mit seinen bedeutenden Bildschnitzern, wie Meister Hartmann, Hans Multscher, Michel Erhart, Jörg Stein, Niklaus Weckmann und Daniel Mauch hervor. Neben dieser landschaftlichen Präsentationsform findet sich im Gewölberaum eine Inszenierung als Kirchenraum, um den ehemaligen Kontext der überkommenen Einzelstücke zu verdeutlichen. Hervorzuheben sind hier zahlreiche Fragmente und Reliefgruppen aus diversen brabantischen, vornehmlich Antwerpener Retabeln, die in einem stilisierten Schreinskasten ausgestellt sind  sowie ein seltener kleiner Altarschrein aus Mechelen.

 

Kuratorin: Dr. Dagmar Preising
Dr. Dagmar Preising ist seit 1994 Kuratorin am Suermondt-Ludwig-Museum Aachen. Sie ist verantwortlich für die Skulpturensammlung und die Graphische Sammlung. Sie hat zahlreiche Ausstellungen zur Graphik (darunter Albrecht Dürer 2004/2005 und Max Klinger 2007/2008) und zur mittelalterlichen Skulptur ( Zum Sammler und Restaurateur Richard Moest 2006/2007 und zusammen mit Michael Rief Made in Utrecht 2013) kuratiert. Sie hat 2003 den ersten Band des Skulpturenkataloges (Bildwerke des Köln-Lütticher-Raumes 1180 bis 1430) mit den Restauratorenkollegen vorgelegt.

Sie ist seit 1998 Redaktionsmitglied der Aachener Kunstblätter.

www.dagmarpreising.de

dagmar.preising@mail.aachen.de

 

 

 

 

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