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Inventarisierung der Sammlung Rheinisches Steinzeug

Der Museumsverein Aachen e.V. und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) unterstützen seit 2006 ein Forschungsprojekt zur Inventarisierung der Keramikbestände der Museen der Stadt Aachen.

Die rund 700 Objekte umfassende Sammlung Rheinischen Steinzeugs, die bis 2006 im Turm des Museums Burg Frankenberg ausgestellt war, wird im Rahmen der Dissertation von Belinda Petri inventarisiert und wissenschaftlich untersucht. Die Kooperation mit dem LVR schließt eine Zustandserfassung durch die Restauratorin Susanne Carp (Rheinisches Museumsamt, LVR) ein.

Die Inventarisierung der Objekte erfolgt nach wissenschaftlichen Standards mit dem Datenbanksystem MuseumPlus. Im Anschluss ist eine Schnittstelle, d.h. eine Einbindung in die Internetdatenbank www.rheinische-keramik.de vorgesehen. Das Netzwerk ‚Rheinische Keramik’ wurde 1999 als Zusammenschluss der Museen Raeren, Langerwehe, Frechen, Siegburg und Höhr-Grenzhausen gegründet und betreibt auf der gemeinsamen Internetplattform www.rheinische-keramik.de (www.german-stoneware.com) Datenbank, in der signifikante Objekte der jeweiligen Produktionsorte abgerufen werden können. Als neue Partner traten 2006 der Archäologische Dienst der Deutschsprachigen Gemeinschaft und die Museen der Stadt Aachen der Projektgruppe bei.

www.rheinische-keramik.de

Die Grundlage für die systematische Erfassung der Keramikbestände bildet der von dem ‚Netzwerk Rheinische Keramik’ verfasste Thesaurus zur Rheinischen Keramik, der als typologischer Standard auch bei museumsvokabular.de eingebunden werden soll. Die Einbindung der Internetdatenbank zur Rheinischen Keramik in das vom Institut für Museumsforschung, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Bundesarchiv initiierte Portal für Bibliotheken, Archive und Museen (BAM-Portal) schafft eine standardisierte Basis für die wissenschaftliche Inventarisierung kunstgewerblicher Objekte.

Sammlungsgeschichte

Die Dissertation von Belinda Petri am Kunsthistorischen Institut der RWTH Aachen (Prof. Dr. Ulrich Schneider, Prof. Dr. Alexander Markschies) sieht neben der Inventarisierung der Keramiksammlung auch die Erforschung der Aachener Steinzeugproduktion in der Frühen Neuzeit vor. Bisher beruhen die Erkenntnisse fast ausschließlich auf der 1967 erschienen Publikation von O. E. Mayer und Heinrich Hellebrandt. Aktuelle archäologische Erkenntnisse sollen dabei ebenso berücksichtigt werden wie die Auswertung der Sammlungsbestände der Museen der Stadt Aachen. Die Sammlungsgeschichte bildet den Schwerpunkt der Untersuchung. Bereits in der Zeit der Museumsgründung im 19. Jahrhundert erwarb die Stadt Aachen die bedeutende Sammlung des Kanonikus Franz Bock, die damals rund 350 hochwertige Stücke Rheinischen Steinzeugs umfasste. In der Nachkriegszeit kamen weitere Objekte vor allem aus archäologischen Befunden hinzu. Bei Grabungen in der Franzstraße wurden vor allem Krüge aus lokaler Produktion gefunden. Obschon Raubgrabungen und Baumaßnahmen ohne archäologische Betreuung wichtige Spuren zum Töpferhandwerk in Aachen und vermutlich auch relevante Schriftstücke durch den Stadtbrand von 1656 sowie die Kriegsschäden des 20. Jahrhunderts verloren gingen, werden neue Erkenntnisse zur Herstellung von Steinzeug in Aachen erwartet. Ähnlich wie in Köln scheint die Produktion von Töpferwaren in Aachen wohl durch die hohe Brandgefahr innerhalb der Stadt von kurzer Dauer gewesen zu sein und anschließend in Handwerkerdörfer in der Nachbarschaft ausgelagert worden zu sein. Dafür spricht die gestalterische Ähnlichkeit der Aachener und Raerener Erzeugnisse, zum Beispiel Krüge mit Rillendekor und Wellenfuß und vor allem den typischen Gesichtskrüge.

Gesichtskrug - Rheinische Keramik in den Museen der Stadt Aachen

Die Sammlungsgeschichte spiegelt die Entwicklung der Museumslandschaft in Aachen wieder. Die kunstgewerbliche Sammlung bildete mit Gemälden und Skulpturen den Grundstock der Museumssammlung. Die Präsentation erfolgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in großen Ausstellungsvitrinen im großen Ballsaal, dem damaligen Standort des Museums in der Komphausbadstraße. Mit dem Umzug des Suermondt-Museums in die Villa Cassalette in der Wilhelmstraße wurde die Keramiksammlung in den Räumlichkeiten der heutigen Bibliothek ausgestellt. Mit der wechselvollen Geschichte der Aachener Museen folgten weitere Präsentationsformen in unterschiedlichen Häusern. In den 1970er Jahren wurde die Sammlung schließlich in das Museum Burg Frankenberg aufgestellt und seit Mitte der 1980er Jahre im Turm der Burg präsentiert.

Die Dissertation bildet auch die Grundlage für einen Bestandskatalog der Sammlung und die Konzeption einer Neuaufstellung.

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