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Ausstellungen : Archiv : Archiv 2015

 

 

Kabinettausstellung


Kabinettausstellung
Eine Geschichte von zwei Schätzen

12. März – 21. Juni 2015

Nicolaes van Verendael: Blumenstillleben, Öl auf Leinwand, 49 x 40 cm, um 1665-70, Foto: PvB
Nicolaes van Verendael: Blumenstillleben, Öl auf Leinwand, 49 x 40 cm, um 1665-70, Foto: PvB

You say good bye and I say hello: Nicolaes van Verendaels Blumenstillleben aus dem Aachener Suermondt-Ludwig-Museum, einst von der Roten Armee requiriert, kehrt nach 70 Jahren heim. Und ein mittelalterliches Minnekästchen aus dem Suermondt-Ludwig-Museum, das – so haben die Provenienzforscher herausgefunden –, eigentlich nach Gotha gehört, wird Aachen verlassen und seinem rechtmäßigen Eigentümer zugeführt. Doch zuvor werden die beiden hochkarätigen Kunstwerke erst einmal für etwa drei Monate Abschied voneinander nehmen können, in der Kabinettausstellung
 
Von sowjetischen Truppen beschlagnahmt
Nach Kriegsende herrschten chaotische Zustände in Deutschland. In einer Phase, in der die Ordnung erst Stück für Stück wieder Einzug hielt, waren auch die Museen in Unruhe, vor allem in der „Ostzone“, wo die Trophäenbrigaden der Roten Armee große Teile der Kunstsammlungen beschlagnahmten, etwa in Dresden, Berlin, Potsdam oder Gotha. Doch auch die Häuser in der Westzone hatten große Verluste zu verzeichnen, so auch das Suermondt-Museum, wie es damals noch hieß. Seit 1942 waren die wichtigsten Kunstwerke des Hauses in die Meißener Albrechtsburg ausgelagert, wo sie von sowjetischen Truppen beschlagnahmt wurden. Ein Gutteil vor allem der Gemälde wurde dann in die UdSSR verbracht. Das nun hier präsentierte Blumenstillleben allerdings gelangte aus dem Depot der Albrechtsburg in den Besitz einer Privatperson und von dort aus in den Kunsthandel. Museumsdirektor Peter van den Brink konnte es nun dank der großzügigen Unterstützung durch die Kulturstiftung der Länder sowie des Museumsvereins Aachen e.V. gegen einen Finderlohn von etwa 36.000 Euro – zehn Prozent des eigentlichen Bildwertes  – zurückerwerben.
 
Das zweite Stück dieser kleinen Ausstellung, das ebenfalls in die falschen Hände geriet, gehört der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha, von wo es Ende des Zweiten Weltkrieges auf noch immer ungeklärte Weise verschwand. Es handelt sich um eine wundervolle, in Frankreich entstandene Elfenbeinschatulle aus dem 14. Jahrhundert. Dieses sogenannte Minnekästchen gelangte 1969 als Erbstück an Irene Ludwig und schließlich 1977 in das Suermondt-Ludwig-Museum. Als Peter van den Brink und sein Team die wahre Provenienz entdeckten, entschlossen sie sich sofort zur Rückgabe.
 
Sinnbild für die zwei Seiten des Themas Beutekunst
Die Präsentation der beiden Schätze als konzentriertes Kammerspiel sieht van den Brink als ein „Sinnbild für die zwei Seiten des Themas Beutekunst. Wer Kunstwerke zurückfordert, muss auch bereit sein, selbst zu verzichten, wenn sich herausstellt, dass ein Werk einem nicht gehört. Auch wenn es um einen echten Hochkaräter geht.“


Eröffnung zusammen mit der Ausstellung „Sammlerglück – 100 Meisterwerke der Sammlung Marks-Thomée“ am 11. März 2015 um 17.00 Uhr in St. Adalbert

Sogenanntes Minnekästchen, Elfenbein mit Bronzebeschlägen (spätere Ausstattung), Holz, Höhe: 66 mm, Breite 220 mm, Tiefe: 110 mm, Frankreich, ca. 1330-1360, Foto: Anne Gold
Sogenanntes Minnekästchen, Elfenbein mit Bronzebeschlägen (spätere Ausstattung), Holz, Höhe: 66 mm, Breite 220 mm, Tiefe: 110 mm, Frankreich, ca. 1330-1360, Foto: Anne Gold

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