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Ausstellungen : Archiv : Archiv 2011

 

 

Leonardo des Nordens - Joos van Cleve

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17.03. - 26.06.2011
Leonardo des Nordens: Joos van Cleve

Joos van Cleve, Selbstbildnis (Ausschnitt), um 1519 © Madrid, Museo Thyssen-Bornemisza Eiche, 38 x 27 cm

Erstmals überhaupt wird dem Ausnahmekünstler Joos van Cleve eine große monographische Ausstellung gewidmet. Sie gewährt sowohl einen breiten Überblick über sein vielschichtiges Œuvre als auch tiefe Einblicke in die Geheimnisse seines Erfolges.

Joos van Cleve unterhielt im zweiten und dritten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts die führende Atelierwerkstatt Antwerpens. Aus der Kunst- und Handelsmetropole fanden seine Werke ihren Weg in namhafte europäische Kaufmanns-, Königs- und Kirchenhäuser: von Köln bis Genua, von Danzig bis Madeira.

Heute begeistern Joos van Cleves Gemälde die Besucher der größten Museen der Welt: im Musée du Louvre in Paris, in der National Gallery in London, im Museo del Prado in Madrid, im Metropolitan Museum of Art in New York. Jetzt erstrahlt sein großes Œuvre erstmals an einem Ort.

Altarstücke, Andachtsbilder und Porträts

Das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum versammelt die bedeutendsten reisefähigen Werke. Zu sehen sind über 60 Exponate: Altarstücke, Andachtsbilder und Porträts. Die Leihgaben stammen aus 34 international renommierten Museen sowie über einem Dutzend Privatsammlungen. Einige Werke aus privatem Besitz werden erstmals öffentlich präsentiert, ein Porträtpaar und ein Triptychon werden erstmals wieder vereint.

Zudem zeigt die Ausstellung Gemälde der italienischen Altmeister Giampietrino („Die Kirschenmadonna“) und Marco d’Oggiono („Christus und Johannes als Kinder, einander umarmend“ & die „Thuélin Madonna"). Diese beruhen auf verschollenen Arbeiten Leonardo da Vincis, in dessen Werkstatt sie mitarbeiteten. Joos van Cleve schuf nach diesen Vorlagen eigene Fassungen, versah die Adaptionen mit seiner Handschrift und machte sie so zu zwei der erfolgreichsten Motivserien seiner Zeit.

Die Kunst des Joos van Cleve vereint die Emotionalität der italienischen Renaissance mit der Präzision und Klarheit niederländischer Schule. Die Entwicklung der nordeuropäischen Malerei wurde von ihm mitgeprägt: von seiner künstlerischen Kreativität einerseits, von seinen Ideen zur Werkstattführung andererseits.

Vertiefende Filme

Wie es Joos van Cleve und seiner Werkstatt gelang, Meisterwerke von bestechender Qualität in einer Quantität zu fertigen, die das produktive Niveau aller seiner Zeitgenossen um ein Vielfaches übertraf, wird in der Ausstellung durch animierte Kurzfilme erfahrbar gemacht. Vorgeführt werden beispielsweise infrarotreflektographische Aufnahmen, die Vorzeichnungen unter den Farbschichten zeigen und so Produktionsprozesse offenlegen. In einem eigens eingerichteten Kinosaal wird überdies ein Film gezeigt, der dem Phänomen Joos van Cleve aus kunsthistorischer Sicht nachspürt.

Denn phänomenal ist dieser Joos van Cleve: Er schuf grandiose Kompositionen: sanft und harmonisch wie die Werke seines Vorbilds Leonardo da Vinci; detailreich wie die Arbeiten der großen niederländischen Meister, die eines Jan van Eyck oder Hans Memling; farblich brillant wie die Gemälde kaum eines anderen.

Sein künstlerisches Vermächtnis ist ausnahmslos fragil auf empfindlichem Eichenholz verewigt. Dennoch erlaubt es einen beinahe unvergleichlichen Blick 500 Jahre zurück. Weil Joos van Cleve das Können und die Mittel hatte, kostbarste Farbpigmente anzuwenden, sind die zur Schau gestellten Exponate von funkelnd-originärer Farbqualität.

Die Ausstellung „Leonardo des Nordens - Joos van Cleve“ lädt Sie ein zu einem fesselnden Fest der Sinne.

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