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Ausstellungen : Archiv : Archiv 2009

 

 

Herbert Bardenheuer (1949 - 2007)

B 462, 150 x 130 cm, Eitempera auf Leinwand, 1981, Foto: Herbert Bardenheuer

04.07. - 25.10.2009

Früher und später - Malerei

"Ein stürzender Baum macht kein Geräusch solange kein Ohr da ist", sagte Herbert Bardenheuer und von diesem Ohr - oder besser von diesem Auge - verlangte er nichts weniger als Konzentration, Ruhe und Zeit. Herbert Bardenheuer hat eine Malerei hinterlassen, die sich mit Eigensinn gegen interpretatorisches Bemühen verteidigt. Im Zusammenspiel seiner Farben, Formen, Linien und Flächen bleibt alles vieldeutig und gleichzeitig ungedeutet. Es ist pure, "sture" Malerei, die sich ihren eigenen Raum, ihren spontanen Duktus, ihr freies Denken bewahrt hat.

Herbert Bardenheuer hätte in diesem Jahr seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert. Das Suermondt-Ludwig-Museum nimmt dies zum Anlass, den Aachener Maler mit einer großen Einzelausstellung zu würdigen.

Bardenheuer, Lottensee Foto: Wolfgang Kupczyk

Die Ausstellung "FRÜHER UND SPÄTER" ist keine Retrospektive im klassischen Sinn, sondern zeigt Malereien der 80er Jahre und Bardenheuers letzte Arbeiten. Zwei entscheidende Werkphasen werden in ihrer jeweiligen Eigenart sichtbar. So entsteht eine Art Zwiegespräch, ein 'Dialog' der Bilder, der dem Betrachter ermöglicht, die künstlerische Entwicklung nachzuvollziehen.

B 556, 130 x 205 cm, Eitempera auf Leinwand, 2006, Foto: Herbert Bardenheuer

Anfang der 80er Jahre entstehen diejenigen expressiven Bilder, die Bardenheuers Erfolg gründen. Kunsthistorisch am ehesten den ‚Jungen Wilden' zuzuordnen, haben sie doch eine ganz eigenständige ambivalente Erzählstruktur, die ans Absurde und Surreale grenzt. 1982 ist Bardenheuer auf der Biennale in Venedig vertreten. Im gleichen Jahr findet in der Galerie ‚art in progress' in Düsseldorf seine Ausstellung ‚Futura' statt. Aus dieser Zeit werden einige Schlüsselwerke in Aachen erstmalig nach langer Zeit wieder zu sehen sein. Es sind Vexierbilder, die sich mit den Formensprachen des Kubismus, des abstrakten Expressionismus und des rheinischen Informel auseinandersetzen und so spannungsgeladen sind, dass sie verstören. Die Suche nach einer eigenständigen, unabhängigen Bildwelt ist das treibende Element dieser Malerei. Auch als es längst nicht mehr um Gegenständliches geht, reflektiert sie Gesehenes; diese Reflexionen bleiben in den Bildern sichtbar. Mit welcher Radikalität, Kompromisslosigkeit und nicht nachlassenden Sensibilität Bardenheuer nach den Bildformeln seiner Idee der Malerei sucht, wird auch in seinen späten Bildern deutlich. Serien von Zeichnungen und Aquarellen sind unmittelbar unter dem Eindruck der Natur und ihren lebendigen Erscheinungsformen entstanden  und bewahren dennoch ihre unabhängige Bildsprache. Es erscheint ein Katalog

Eröffnung: 3. Juli 2009, 19.30 Uhr

Kuratoren: Wolfgang Kupczyk, Helga Scholl

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