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Ausstellungen : Archiv : Archiv 2005

 

 

Europas Spiegel - Die Antikensammlung im Suermondt-Ludwig-Museum

Kalksteinstatuette eines sitzenden Knaben, zyprisch, 5. Jh. v. Chr. / Foto: Philipp Groß Fußschale, etruskisch, 575-550 v. Chr. / Foto: Philipp Groß Tanagräerin, griechisch, hellenistisch / Foto: Philipp Groß Spiegelkapsel mit Europa auf dem Stier, griechisch, um 260 v. Chr. / Foto: Philipp Groß

27.10.2005 - 23.04.2006

Im Mythos erhielt Europa seinen Namen von der phönizischen Königstochter, die der von Liebe ergriffene Zeus in einen Stier verwandelt an die Küsten Kretas brachte. Ein prächtiger griechischer Spiegel aus dem 4. Jh. v. Chr. im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen bildet dieses beliebte Mythenbild ab. Der Spiegel ist Teil der Antikensammlung des Museums, mit deren Aufbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts begonnen wurde.

In der Ausstellung wird erstmals die gesamte Antikensammlung gezeigt, die zunächst auf Initiative von einigen herausragenden Bürgern Aachens in den frühen Jahren der Museumsgeschichte zusammengetragen wurde. Während der erste Grundbestand vor allem durch Schenkungen Aachener Bürger zusammenkam, setzten sich im frühen 20. Jahrhundert die Museumsdirektoren selbst zum Ziel, die Sammlung durch gezielte Ankäufe zu bereichern und die Antike in ihrer gesamten Bandbreite zu präsentieren. Namhafte Sammler ihrer Zeit wie die Grafen Stroganoff und von Swenigorodskoi überließen der Sammlung aussagekräftige Stücke. So kam nach und nach eine facettenreiche Sammlung von fast 400 Antiken zusammen, welche weite Teile der klassischen Antike anschaulich vor Augen führt. Die Antiken vertreten die griechische, etruskische, römische, punische, südrussische, in geringem Umfang sogar die iberische Kultur und bilden in ihrer Bandbreite gleichsam einen Spiegel Europas. Leider ist von der Sammlung während des zweiten Weltkrieges ungefähr ein Viertel verloren gegangen.

Der Bestandskatalog der Sammlung, dessen Grundlage die Ausstellung bildet und der gleichzeitig in einer Monographie vorgelegt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, den gesamten ursprünglichen Bestand zusammenzustellen und zu kommentieren.
Die Gegenstände sind in erster Linie Tonprodukte, die sowohl Gefäße als Gegenstände des Alltags, des Handels, des religiösen und des funerären Bereiches wie auch figürliche Terrakotten umfassen. Daneben bilden einige Glanzpunkte Bronzegegenstände wie Spiegel, Helme, Attaschen und Schmuck sowie Pretiosen wie Gemmen. Die Skulpturensammlung  war wegen des naturgemäß höheren Preises stets zahlenmäßig unterrepräsentiert und wurde leider von den Kriegsverlusten besonders betroffen. Unter den erhaltenen Stücken sind allerdings einige qualitätvolle kaiserzeitliche Köpfe.

Die Antikensammlung von Aachen ist trotz einiger Erwähnungen aus der frühen Zeit ihres Bestehens und besonders der Dauerleihgaben der Sammlung Ludwig sowohl in Fachkreisen wie auch im weiteren Publikum weitgehend unbekannt. Seit 1989 wurde zudem nur noch ein kleiner Teil in den Räumen des Suermondt-Ludwig-Museums Aachen ausgestellt. Die Sonderausstellung gibt nun seit langer Zeit wieder die Möglichkeit, den gesamten Bestand zu sichten und einige ungeahnte Schätze kennenzulernen.

Die etwa 300 Stücke umfassende Keramik- und Bronzesammlung antiker Kunst wurde 2003/2004 als wöchentlich stattfindendes Seminar des Archäologischen Institutes der Uni Köln (Frau Dr. Katja Sporn) durch Studenten und abschließend unter Mitarbeit des Lehrkörpers wissenschaftlich bearbeitet. Der Institutsfotograf fertigte von allen Exponaten professionelle Dokumentationsaufnahmen an, während etwa 20 beschädigte Werke in Amtshilfe vom Römisch-Germanischen Museum in Köln restauriert wurden. Zur Ausstellung der qualitativ beachtlichen Sammlung erscheint der von der Kölner Universität erarbeitete Bestandskatalog.

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