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Schutz und Trutz. Die lothringische Hausmadonna der Sammlung Ludwig


Schutz und Trutz. Die lothringische Hausmadonna der Sammlung Ludwig
27. Januar bis 25. Februar 2018

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Die in die Zeit um 1500-1520 zu datierende und ehemals farbig bemalte Muttergottes aus  Savonniere-Kalkstein war wohl  ursprünglich im bedeutenden  Augustinerchorherrenstift Saint-Sauveur in der Nähe von Domèvre-sur-Vezouze (Meurthe-et-Moselle) in Lothringen aufgestellt, dessen Kollegiatskirche die Grablege der Herren von Blâmont war. Das Stift war bereits 1470  niedergebrannt,  wurde 1525 durch aufständische Bauern geplündert, und 1568 legten Streifscharen der Hugenotten erneut Feuer an die Gebäude. Wenig später gaben die Kanoniker die Abtei auf. Die Muttergottes könnte, nachdem sie den geschilderten Kriegswirren getrotzt  hatte,  Ende des 16. Jahrhunderts  in die Pfarrkirche von Domèvre überführt  worden sein. Bis vor kurzem als Schutzmadonna an der Außenwand des Ludwig’schen Privathauses angebracht, wird sie nun nach durchgreifender Restaurierung als Dauerleihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung die Sammlung französischer Skulpturen bereichern.

Die an der Rückseite  eingemeißelte Inschrift „PIETATE J.B. GABRIEL CAN[onici]. REG[ularis]. ABBATIAE ET PASTORis DE DOMEVRE“ (= durch die Frömmigkeit des J.B. Gabriel, Regularkanoniker der Abtei und Pfarrer in Domevre) verweist möglicherweise auf Jean Baptiste Gabriel (geb. 1748), der  Pfarrer und Kanoniker in Domevre war. Vielleicht  bezieht sich die Inschrift auf eine von ihm finanzierte Restaurierung oder eine spätere Überführung der Skulptur  in die Pfarrkirche. 

Ort: Suermondt-Ludwig-Museum, Kaminraum (Parterre)
Eröffnung: 26.01., 18.00 Uhr
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